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Helm

Beim Kauf eines Helms sollte man sich viel Zeit nehmen und folgende Dinge beachten:
Auf die Prüfnorm ECE22 möchten wir hier nicht weiter eingehen, da fast alle Helme diese erfüllen.

  • Form / Typ
  • Farbe
  • Material / Gewicht
  • Verschluss
  • Komfort / Preis
  • Passgenauigkeit

Grundsätzlich ist zu sagen, dass der Helmkauf Vertrauenssache ist. Immerhin kann von dem Helm euer Leben abhängen.
Einen Gebrauchten sollte man auf keinen Fall nehmen. Man weiß niemals was das Ding schon alles mitgemacht hat. Am besten ist es sogar, wenn man eine Probefahrt mit dem Helm machet. Sollte der Verkäufer etwas dagegen haben, verlasst einfach sofort den Laden.

Idealerweise sollte ein Helmkauf in etwa so ablaufen:
Zuhause sollte man sich schon mal ein paar Gedanken über die Form des Helms machen. Dann folgt die Fahrt zum Händler.
Nachdem man sich  einen Helm ausgesucht hat, setzt man sich das Ding auf und achtet zuerst mal auf Druckstellen. Dafür lässt man den Helm am besten mindestens 10 Minuten auf dem Kopf. Sollte man danach keine Kopfschmerzen haben, macht man dann noch eine kleine Probefahrt. So etwa 30 bis 45 Minuten sollten reichen. Dabei achtet man dann auf Fahrgeräusche, Windverwirbelungen und die Rasten des Visiers.
Wenn man dann wieder zurück ist, wird der Helm wieder ausgezogen und man achtet dann noch mal auf punktuelle Druckstellen.
Punktuelle Druckstellen sind oft kein Problem der Größe, sondern des Helmes. Jeder Hersteller hat seinen eigenen "Musterkopf".

Am besten versucht man dann bei einem anderen Hersteller sein Glück. Mit der Zeit weiß man welche Helme einem passen, und welche nicht.

Form / Typ

Bei der Form unterscheiden wir grundsätzlich in 3 Gruppen:
Jethelme, Integralhelme und Klapphelme.

JethelmJethelme vermitteln durch ihr großes Sichtfeld das größte Gefühl von Freiheit. Viele Motorradfahrer die einmal mit so einem Helm gefahren sind, möchten keinen anderen Helm mehr haben. Allerdings ist man Wind und Wetter ausgeliefert. Im Sommer mag dies ja noch ganz angenehm sein, aber spätestens bei einem Sturz vermisst man den Kinnschutz.

 


IntegralhelmIntegralhelme
sind wohl die meistverbreiteten Helme. Sie bieten ein Höchstmaß an Sicherheit. Außerdem bieten sie einen guten Schutz vor dem Fahrtwind, Regen und Mücken. Bei neuen Helmen findet man zusätzlich noch Aussparungen für Brillen, die das Aufsetzen der selbigen erleichtern.

 


KlapphelmKlapphelme
waren früher die ideale Wahl für Brillenträger. In punkto Sicherheit kommen sie sehr nah an die Integralhelme heran und bieten zudem noch viel Komfort. Ihre größten Nachteile sind das hohe Gewicht und die höhere Geräuschentwicklung aufgrund der Luftverwirbelung an dem Klappmechanismus.

 

 

Farbe

Bei der Frage nach der Farbe sollte es eigentlich nur eine Antwort geben.
Der Helm sollte (muss) weiß sein!
Gerade für Fahranfänger ist es sehr wichtig gesehen zu werden, und selbst Helme mit grellen Farben sind nicht so gut zu sehen wie ein weißer Helm.
Wenn wir uns heute mal auf der Straße umsehen, merken wir sehr schnell das viele Werbungen aus grellen Farben bestehen. Grelles WEISS ist dagegen recht selten.
Außerdem ist der Kopf bei den meisten Motorrädern das einzige Körperteil des Fahrers, das zu sehen ist. Der Rest verschwindet hinter der Verkleidung oder anderen Fahrzeugen.
Am besten achtet man beim nächsten Spaziergang einfach mal selber auf die Farbe der Helme und zieht dann seine eigenen Schlüsse.

Natürlich sehen die ganzen "Design Helme" besser aus, aber sie sorgen dafür, dass der Motorradfahrer "unsichtbar" wird.

Zur Erinnerung:
Gerade Fahranfänger sind in den ersten zwei Jahren besonders gefährdet und sollten froh sein, wenn sie  von anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig erkannt werden.

Achtet also beim Kauf des ersten Helms darauf, dass er weiß ist.

Material / Gewicht

Hier macht sich das erste Mal ein Preisunterschied bemerkbar.
Ein Kriterium für einen guten Helm ist das Gewicht.

Bei den guten Helmen liegt das Gewicht zwischen 1000g und 1300g.
Die meisten Helme haben aber ein Gewicht von ca. 1400g bis 1500g.
Es gibt aber auch Helme mit bis zu 1800g.

Bei einem Aufprall mit 50km/h wird das Gewicht vervierzigfacht (40fach) !!!
200 Gramm Gewichtsunterschied beim Helm sind dann 8 Kg bei einem Unfall.
Dieses Gewicht muss von der Halsmuskulatur aufgefangen werden.

Zu den gängigen Materialien gehören GFK, Carbon, Kevlar, Aramid, Lexan, Kohlefaser und Polyethylen.

Bei guter Behandlung hält ein Helm zwischen 4 bis 8 Jahren. Dies hängt u.a. vom Material ab. Danach sollte er unbedingt ausgetauscht werden, da er seine Elastizität verliert und bei einem Unfall zerbrechen kann.
Bei häufiger Benutzung sollte es entsprechend früher ausgetauscht werden.

Aufkleber und Lacke haben auf einem Helm nichts zu suchen. Es sei denn es handelt sich um spezielle Helmprodukte. "Normale" Aufkleber und Lacke enthalten häufig Lösungsmittel, die die Oberfläche des Helm beschädigen können.

 

Verschluss

Der sicherste Verschluss ist nach wie vor der sogenannte DOPPEL D-RING. Auch wenn er etwas umständlicher zu bedienen ist, bietet er viele Vorteile. Er hat ein sehr geringes Eigengewicht, geht nicht versehentlich auf und wird bei jeder Fahrt richtig eingestellt. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase öffnet und schließt man den Helm genauso schnell wie bei einem Schnapp-Verschluss.

Am weitesten verbreitet sind diverse SCHNAPP-VERSCHLÜSSE. Sie bieten viel Komfort, da der Kinnriemen "nur" einmal eingestellt wird. Leider ist er dadurch oft nicht immer richtig angepasst, was bei einem Unfall zu schweren Verletzungen führen kann, wenn der Helm verrutscht. Beim Verschließen sollte man unbedingt darauf achten, dass das Schloss hörbar einrastet und das Halstuch nicht eingeklemmt wird, da er Verschluss sonst während der Fahrt aufgehen kann oder das Helmschloss beim öffnen klemmt.

Eine ältere Variante ist der Verschluss über das Kinnteil. Bei diesen Helmen wird das Kinnteil nach vorne oder nach oben weggeklappt und beim Zuklappen wird der Gurt gespannt. Bei einigen dieser Helme muss der Gurt vorher richtig eingestellt werden. Diese Methode bietet den größten Komfort, hat aber auch durch den aufwendigen Verschluss das höchste Gewicht. Auch bei diesen Helmen ist auf ein Hörbares einrasten zu achten. Des Weiteren können bei diesen Verschlüssen im Notfall große Probleme auftauchen. Selbst ein aufschneiden (wenn überhaupt möglich) den Kinnriemen erzeugt oft keine ausreichend große Öffnung um den Helm vom Kopf zu entfernen. 


Komfort / Preis

Im Komfort finden wir den Zweiten und entscheidenden Grund für die Preisunterschiede.
Von außen sehen die Helme meistens gleich aus, fast alle besitzen heute Lüftungsschlitze zur Kühlung. Wenn man jedoch bei den billigen Helmen den Aufsatz entfernt, stellt man fest, dass darunter oft gar kein Loch in der Außenschale ist, durch das die Luft in den Helm gelangen könnte.
Teure Helme besitzen also meistens ein sehr gutes Belüftungssystem und ein höherwertiges Innenfutter. Häufig ist dies sogar antibakteriell.

Beim Visier gehen die Meinungen stark auseinander.
Einige Fachleute sagen, dass das Visier sehr dünn sein sollte, andere dagegen schwören auf ein dickes Visier.
- Das dünne Visier hat den Vorteil das Kratzer nicht so schnell zu einer Blendung führen.
- Dicke Visiere verkratzen in der Regel nicht so schnell und schützen besser vor Steinschlägen.
Egal für welches Visier man sich entscheidet, man sollte immer darauf achten, dass es von außen KRATZFEST und von innen mit ANTIBESCHLAG versehen ist. Den besten Antibeschlageffekt bieten zur Zeit sogenannte Pinlockvisiere.
Ein getöntes Visier kann bei starken Sonnenschein sehr angenehm sein, aber man muss darauf achten, dass man vor Eintritt der Dämmerung wieder Zuhause ist. Auch bei Fahrten durch einen Tunnel gleicht das Fahren einem "Blindflug". Wer also ein getöntes Visier fahren möchte, sollte sich für alle Fälle ein klares Visier oder eine Schutzbrille einpacken.

Der Preis hängt also überwiegend von dem Komfort ab den Ihr haben möchtet, nicht von der Sicherheit.
Ein Helm für 100,- € kann die Prüfnorm genauso erfüllen wie ein Helm für 500,-€.
Eines solltet Ihr allerdings dabei nie vergessen:
Bei einer längeren Ausfahrt hat Ihr das Ding eventuell für mehrere Stunden auf.

 

Passgenauigkeit

Wie bereits erwähnt, hat jeder Hersteller seinen eigenen "Musterkopf".
Für viele ist es zu Anfang etwas aufwendiger herauszufinden, welcher Hersteller den passenden Helm für den eigenen Kopf baut.


Folgende Punkte könnten bei der Auswahl helfen:

  • Beim Anprobieren des Helms muss dieser am ganzen Kopf fest anliegen und darf nicht an einzelnen Stellen drücken.
  • Wenn der Helm auf dem Kopf sitzt und der Kinnriemen geschlossen ist, solltet ihr mal versuchen, ob ihr den Helm nach vorne vom Kopf streifen könnt. Es geht zwar etwas schwer, aber manchmal funktioniert es. So was bedeutet keineswegs, dass der Helm schlecht ist, sondern nur, das er nicht zum Kopf passt. Bei einem Unfall kann sich so ein Helm von Kopf trennen, bevor er am Boden ankommt.
  • Auch nach längerer Zeit darf der Helm nicht schmerzen.
  • Außerdem sollte man auch nicht vergessen, dass sich jeder Helm nach einer Weile etwas weitet. Dies soll jetzt aber nicht bedeuten, dass der Helm besonders eng gekauft wird.
  • Das Beste um herauszufinden, ob der Helm für Euch geeignet ist oder nicht, bleibt eine längere Probefahrt.

Dabei könnt Ihr dann auch gleich feststellen ob der Helm zur Aerodynamik des Motorrads passt.

Dies macht sich gerne dadurch bemerkbar, dass der Kopf bei etwas schnellerer Fahrt nicht mehr oder nur mit größter Anstrengung gerade gehalten werden kann. Er pendelt dann von einer Seite zur anderen.
Auch in diesem Fall solltet Ihr einen anderen Helm ausprobieren.